Advent. Zeit des Wartens. Worauf?

Es gibt viele Möglichkeiten, diese Frage für sich zu beantworten. Folgt man der Bibel, ist die Antwort dagegen klar: Wer im Advent wartet, wartet auf Gerechtigkeit.

Weil sich gerechte Verhältnisse in unserer Welt nicht von allein herstellen, sondern nur durch Menschen, die sich für sie engagieren, war das Warten auf sie für gläubige Juden personalisiert: Sie warteten auf den Messias, den kommenden König, der sich Gerechtigkeit "als Gürtel um seine Hüfte gelegt" hat (vgl. Jes 11,5).

Für Christen ist der Messias mit Jesus Christus bereits gekommen. Aber nicht so, dass auf seine Ankunft nicht weiter und jährlich neu gewartet werden müsste. Gerechtigkeit gibt es in unserer Welt eben nur als ankommende, nicht als angekommene.

Dass sie einmal dennoch ganz und endgültig ankommen wird, verbindet Juden und Christen in einer Hoffnung, die diese Welt überschreitet und ihren Sinn garantiert.

Beitragen, dass die kommende Gerechtigkeit schon hier und jetzt aufleuchtet, können wir freilich alle.

Dr. Helmut Schnieringer, theolog. Referent

Zurück